AUSSTELLUNG

Der Herrscher

Der Mäzen

Der Wissenschaftler

Der Bauherr

Das Falkenbuch

Rezeptionsgeschichte




Landesmuseum Natur und Mensch
Damm 38 – 44
26135 Oldenburg
Tel.: 0441 / 9244 – 300
Fax.: 0441 / 9244 – 399





Ausstellungskonzept

Das Landesmuseum für Natur und Mensch, Oldenburg zeigt vom 10.02.-15.06.2008 die unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Herrn Christian Wulff stehende Landesausstellung „Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums“.

Anhand zahlreicher exquisiter Exponate aus europäischen Museen, Bibliotheken und Sammlungen werden vor dem Hintergrund des Zeitgeistes des 12. und 13. Jahrhunderts im Mittelmeerraum, die Persönlichkeit Friedrichs II. und die seiner zahlreichen Interessen in den Bereichen Kunst, Architektur und Wissenschaft in der Ausstellung visualisiert.

Kaiser Friedrich II. ist einer der umstrittensten, zugleich aber auch zweifellos einer der faszinierendsten Herrscher des Mittelalters. Für die einen war er der erste aufgeklärte Regent, der erste Vertreter der Reformation; andere sahen in ihm einen skrupellosen Politiker, einen Ketzer und einen Verräter der Christenheit. Die historische Persönlichkeit Friedrichs II. wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln in Vergangenheit und Gegenwart, aus eigener Sicht, aus der Sicht seiner Kritiker und aus der Sicht seiner Bewunderer betrachtet. Trotz der Zunahme wissenschaftlicher Forschungen – in Italien gab es seit dem Gedenkjahr 1994 Ausstellungen und Tagungen – wurde Friedrich II. in Deutschland bisher nicht in einer größeren Ausstellung thematisiert. Die Landesausstellung widmet sich erstmals seiner umfassenden Persönlichkeit in Deutschland

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Die Themenschwerpunkte:

  I. Der Herrscher Friedrich II.

 II. Der Mäzen Friedrich II.

III. Der Wissenschaftler Friedrich II.

IV. Der Bauherr Friedrich II.

Szenen einer Präsentation

Kaiser Friedrich II. stand im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen. Seine vielfältigen Interessen vor dem Hintergrund des politischen, religiösen, kulturellen Umfelds seiner Zeit werden in der Ausstellung thematisiert. Die Person des Kaisers steht ebenso im Mittelpunkt wie das Umfeld des Zeitgeistes seiner Epoche.

Die Ausstellung soll nicht eine lückenlose Biografie Kaiser Friedrichs II. darlegen, sondern wählt gezielt vier Schwerpunkte aus, die beispielhaft das Thema „Netzwerk von Kulturen“ verdeutlichen. Friedrich II. wird betrachtet vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung Siziliens im Spannungsfeld zwischen Byzanz, West- und Mitteleuropa und der Islamischen Welt. Seine Besonderheit liegt in seinem politischen Handeln und in seinen vielfältigen Interessen begründet.

Besondere Bedeutung erhält das von Friedrich II. verfasste Traktat „De arte venandi cum avibus“’ – Das Falkenbuch in der Ausstellung. Nach dem Vorbild arabischer Falkenbücher, beruhen seine Ausführungen ganz auf der eigenen praktischen Erfahrung.

Die Charakteristika

Statt einer einseitigen Betonung der kulturellen Unterschiede bietet die Ausstellung die Möglichkeit, einen gemeinsamen Blick auf ein kulturelles Erbe zu richten, das von gegenseitigen Berührungen und Beeinflussungen geprägt ist. Daraus wird deutlich: Orient und Okzident stehen sich nicht diametral gegenüber. Der zivilisatorische Beitrag, den der Orient im Mittelalter zu der europäischen kulturellen und wissenschaftlichen Entwicklung geleistet hat, ist bislang zu wenig thematisiert worden.

Historie live

Geschichte mit all den vielschichtigen Aspekten aus Politik, Religion, gesellschaftlichem Hintergrund und Kulturaustausch alterslos erlebbar zu machen, ist ein zentrales Ziel unserer Ausstellung. Um das zu erfüllen, gibt es zahlreiche multimediale Stationen, an denen die Besucherinnen und Besucher zusätzliche Informationen abrufen können; so besteht z. B. die Möglichkeit, virtuell das gesamte Falkenbuch durchzublättern und Details herauszugreifen.

Das Projekt wird geleitet von:

Prof. Dr. Mamoun Fansa
Leitender Museumsdirektor
Landesmuseum für Natur und Mensch

Dr. Karen Ermete
Landesmuseum für Natur und Mensch